Absolutio



Seeburg, 08.05.3003
Werter Mittler,

Meine bisherige Reise ist erfolgreich verlaufen und ich bin wohlbehalten in Seeburg angekommen.
Im Moment sitze ich im Garten der Taverne zum „silbernen Drachen“ und schreibe Euch diese Zeilen,
Es ist heute ein wunderschöner Tag und die Sonne strahlt freundlich vom Himmel.
Alles Leben genießt den Frühling, und über mir im Baum singt gerade eine Amsel.
Ich sehe dies alles als gute Zeichen für meine weitere Reise an, denn bereits morgen werde ich an Bord der „Seeschwalbe“ gehen, die mich nach Carestria bringen wird.
Es ist lange her, dass ich dieses Land besucht habe, und voller Aufregung erwarte ich den morgigen Tag...

Euer Absolutio


Portigat, 15.05.3003
Werter Mittler,

Ich bin wohlbehalten in Portigat angekommen.
Die Reise war lang und mehr als einmal litt ich an der Seekrankheit.
Zu allem Übel geritten wir noch in einen Sturm, da aber unsere Kapitän ein erfahrener Mann ist, gelangte die „Seeschwalbe“ durch das Unwetter.
Seitdem ich das letzte Mal hier gewesen bin,  hat sich wieder viel verändert, denn der Hafen wurde vergrößert und mehr Volk denn jeh bevölkert die Stadt.
Alle Völker leben hier friedlich nebeneinander, und das Land blüht auf.
Ihr könnt Euch nicht vorstellen welche exotischen Waren und andere schöne Dinge ich an allen Orten sehe.
Heute begegnete ich einigen Brüdern, und war über dieses Treffen sehr erfreut, denn Pargos wird hier mehr als Anderorts verehrt.
Wenn dies nur auch an anderen Orten der Fall wäre, würde diese Welt bestimmt überall so gedeihen, wie es in Carestria der Fall ist.
Ich werde Morgen meine Reise fortsetzen und gebe Kapitän „Selema Sasta“ diesen Brief mit...

Euer Absolutio


Sankt Salutin, 16.05.3003
Werter Mittler,

Nach einer Tagesreise bin ich in „Sankt Salutin“ angekommen.
Der Strom der vielen Pilger erquickt meine Seele, und Allerorts höre ich von Wundern und anderen schönen Dingen.
Der Glauben mag bei den Pilgern unterschiedlich sein, aber alle wollen diesen heiligen Ort sehen.
Werter Abt, mir geht es besser als jemals zuvor und Pargos lenkt meine Schritte.
In der nächsten Zeit gibt es für mich hier sehr viel zu tun und ich weiß nicht wann ich dazu kommen werde die nächsten Zeilen zu schreiben...

Euer Absolutio

Sankt Salutin, 11.08.3003
Werter Mittler,

In den letzten Tagen sind viele Dinge geschehen, die ich Euch nun detailiert schildern möchte...

7 Tag des Fuchsmondes
Nachdem die Geschäfte in den letzen drei Monaten hervorragend verlaufen waren, ist heute etwas beunruhigendes geschehen.
Die Taverne im Ort hat nun zwei neue Besitzer, nachdem der alter Thorstor unter mysteriösen Umständen verstorben war.
Ich vermute das die anderen Priester etwas zu tun haben, aber es ist besser für das Geschäft wenn ich diese Vermutungen nirgendwo äußere.
Die Brüder „Justus“ und „Jonathan“ haben beschlossen, für vier Tage kostenlos Speis und Trank zu verteilen, und dies grämt mich sehr, denn dadurch konnte ich heute kaum etwas verkaufen.
Heute sind sehr viele neue Reisende angekommen, aber ich vermute das es sich bei den wenigsten um Pilger handelt.

Noch beunruhigender ist die Tatsache, dass viele  Orks die Gegend unsicher machen, und irgend so ein Stab zurückfordern.
Der Stab scheint eine besondere Bedeutung für die Orks zu haben, und ich bedauer, dass er sich nicht in meinem Besitz befindet, denn eine heilige Reliquie ließe sich bestimmt gut verkaufen.

8 Tag des Fuchsmondes
Die Orks haben gestern einige Male das Dorf angegriffen, konnten aber durch die Reisenden vertrieben werden.
Heute tauchten einige Feen auf, die ebenfalls schlecht für das Geschäft sind.
Sie scheinen harmlos zu sein, nerven mich aber fürchterlich.

Heute liefen die Geschäfte besser, denn bei einer Auktion war es mir möglich den Nachlaß einer Hexe zu versteigern.
Die Kunden ersteigerten drei Leinensäckchen mit unbekannten Inhalt, einen Kupferkessel und eine ungeöffnete Schriftrolle.
Das verdiente Geld von mehreren Goldstücken mußte aber gleichermaßen an die Priestergemeinschaft verteilt werden.

Das Wasser der Quelle ist klarer als jedes Wasser und eignet sich hervorragend um Heiltränke herzustellen.
Heute mußte ich die Ohruna Priesterin „Marasurin“ mit einem Goldstück versöhnen, denn leider hatte sie gesehen wie ich an der heiligen Quelle meine Haare gewaschen habe.
Ich habe mir vorgenommen, dies ab sofort im Schutze der Nacht zu tun, damit es nicht wieder zu Ärger kommt.

Obwohl der heutige Tag sehr heiß war, sind doch einige Pilger auf den Pfad gegangen.
Ich pries Pargos, denn jeder der Kunden kaufte sich die Utensilien, die doch eigentlich überhaupt nicht benötigt werden.

Kurz nach der Mittagszeit kam der verehrte „Don“ der Hadachini vorbei und übergab mir einen Beutel Geld (73 Silbermünzen, 3 Goldklumpen und einen grünen Edelstein)
Mit dieser immensen Summe ging ich gleich zur Geldwaschstelle am Fluß, um das Geld zu waschen, und zum Glück bemerkte keiner der Reisenden dies.
Die Geldübergabe wurde daraufhin auf dem Marktplatz durchgeführt, und ich steckte 10 wohlverdiente Silbermünzen in die Tasche.

Am Nachmittag begleitete ich einige Pilger auf den Pfad, und mußte nach meiner Rückkehr etwas sehr erschreckendes feststellen, denn die Novizin Dinara hatte den Verkaufsstand verlassen und wanderte mit einer anderen Frau Arm in Arm umher.
Anscheinend hatte sie ihren Glauben verloren, denn sie sprach wirr und hatte einige Dinge verschenkt.
Da ich mich nicht lange aufhalten lassen konnte schickte ich Dinara drei Mal mit Hilfe Pargos Macht schlafen.
In dieser Zeit war es mir möglich den Stand abzubauen, und die Waren zu retten.
Nach einigen intensiven Gesprächen war es möglich Dinara wieder zu ihrem Glauben zu bringen.
Pargos sei dank, denn der Anblick von Gold brachte ihren Glauben nach einiger Zeit wieder.
Meine Sorgen werden immer größer, denn nicht nur meine Novizin hatte ihren Glauben verloren, sondern auch die andere Frau, die eine Priesterin Cholests gewesen war.
Nachdem einige Intensive Gespräche geführt worden waren, und sie zu mehren heiligen Orten gebracht worden war, gelang es sie wieder zu ihrem Glauben zu bringen.
Anscheinend treibt sich im Ort ein Wesen umher, dass sich Höhlenmönch nennt und den Glauben verschiedener Personen nimmt.

Heute wurden die Angriffe der Feen noch heftiger, und einige von ihnen hatten sogar Waffen dabei.

Der Zorn in mir wurde sehr stark, und ich stürzte mich auf die Gegner und verspritzte das heilige Wasser der Quelle auf sie.

In der Nacht führte ich einige Untote über den Pilgerpfad.
Den Untoten wurde durch einigen Reisenden geholfen, ihre ewige Ruhe zu erreichen.
Der Geist nahm Besitz vom Körper einer Reisenden und konnte sich nun die Runen auf die Hände malen.
Der blinde Ritter wurde von einer anderen Priesterin geführt.
Der Grabstein des Ghul wurde von zwei anderen Reisenden getragen.
Nachdem sich herausstellte, das die Reisenden sich am Grabstein mit Lepra angesteckt hatten, überkam mich Mittleid und ich verkaufte viel zu günstig einige Heiltränke..
Nachdem die Untoten den Pilgerpfad beschritten hatten, konnten sie zur ewigen Ruhe finden.

9 Tag des Fuchsmondes
Heute war ein schlechter Tag, denn es kam zu einigen Verwicklungen, nachdem der Salmeen Priester „Venthar“ mitbekommen habe, wie ich eine neue Reliquie erschaffen habe.
Es wird am besten sein, wenn ich meine Geschichten in der Zukunft neutral halte, und keinen Götternamen mehr verwende.
Obwohl ich mich aus der Situation wie üblich herausreden konnte, mußte ich doch beim Schrein des Salmeen bei Sonnenuntergang beten.
Eine Vision sah ich bei der Meditation, die erst erschreckend war, aber mir eine wahrhaft goldene Zukunft vorhersagt.

Einige neue Handelswaren wurden heute von mir ins Sortiment aufgenommen, und ich hoffe das sie das Geschäft verbessern werden (Perlenschnüre des Talamon, Federn des Salmeen, Lieder, Kräuter und Rosinen)

Ein Ziegenwesen das sich „Lord Varric“ vom Volk der Ram nennt, hörte meinen Geschichten über die heiligen Reliquien interessiert zu, hat aber leider nichts gekauft.
Nachdem ich dieses Wesen gesehen hatte, kam ich auf die Idee für den nächsten Winter Pelze in meinen Warenbestand aufzunehmen, denn Varric schien unter der Hitze sehr zu leiden.
Vielleicht gibt es irgenwo noch mehr von diesem Volk, denn auch der Verkauf von Schurwolle könnte sich zu einem guten Geschäft entwickeln.

Nachdem ich den „Trank des Tulkashar“ von einem Schotten bekommen hatte, konnte ich nicht mehr sprechen.
Der Trank war nicht gut, und es ist besser dass ich diese Tränke nicht in mein Sortiment aufnehmen werde.
Sie Situation war sehr bedenklich, denn zu diesem Zeitpunkt traf ein Vorgesetzter Jünger ein (dessen Namen besser hier nicht erwähnt wird, sollte der Brief in falsche Hände fallen), dem ich natürlich Bericht über die Geschäfte geben mußte.
Voller Verzweiflung kam ich auf die Idee den Pilgerpfad zu beschreiten.
Da es mir alleine nicht möglich war, denn die Runen mußten auf die Wangen gezeichnet werden, überzeugte ich die Weggefährtin des Schotten mit einigen Silbermünzen, mich auf dem Pilgerpfad zu begleiten.
Nachdem ich den Pilgerpfad beschritten hatte, konnte ich wenigstens wieder flüstern und den Bericht erteilen.
Er schien erst sehr besorgt, denn ihm waren einige Gerüchte zu Ohren gekommen, die aber allesamt von mir widerlegt werden konnten.
Nachdem ich ihm meine Waren gezeigt, und ihm die weiteren Geschäfte beschrieben hatte schien er sehr zufrieden zu sein.
Die Zufriedenheit nahm noch zu nachdem Dinara und ich ihm unsere „Rollen“ präsentierten.

Die Angriffe der Feen wurden noch heftiger, und am Abend waren sogar wieder Orks und Trolle unterwegs.
Voller Zorn lies ich zwei Orks einschlafen und töte einen von ihnen mit meinem Obstmesser.

Um kurz nach Mitternacht ging ich schlafen, denn obwohl ich heute viel versucht hatte, lief der Handel sehr schlecht.
Die Reisenden scheinen eine Abneigung gegen mich entwickelt zu haben, denn selbst die Heiltränke konnten erst verkauft werden, nachdem Dinara die Verhandlungen übernommen hatte.

10 Tag des Fuchsmondes
Welch ein schrecklicher Tag, denn die heilige Quelle wurde verunreinigt und der Stein wurde zerbrochen.
Alle Priester versammelten sich in Trauer und begannen damit das Wasser erneut zu segnen.
Anschließend segneten wie die heiligen Steine.
Einige Reisende kamen vorbei und sprachen davon, dass sich eine Fee in der Quelle befinden sollte.
Zu diesem Zeitpunkt verfluchte ich die Reisenden und glaubte keinem ihrer Worte.
Nach kurzer Zeit hörten wir Kampfeslärm, denn die Feen trugen einen Kampf zwischen ihren Champions aus.
Nachdem der Sieger feststand erschien die Königin und der König, es wurde berichtet, dass der Sommer gewonnen hatte.
Ich konnte die Zusammenhänge nicht ganz verstehen, aber so wie es aussieht haben die Feen einen Wettstreit in „Sankt Salutin“ ausgetragen.
Sie schwächten mit Chaos die priesterliche Macht, um an die Quelle zu gelangen, in der tatsächlich eine Fee schlief.
Obwohl alle Priester gegen das Chaos beteten war die Kraft der Feen zu groß und die Priester fielen bewußtlos zu Boden.
Anschließend zog ein Nebel aus der Quelle auf , dem dann die junge Fee entstieg.

Nach den Ereignissen der letzen Tage habe ich beschlossen weiter zu reisen, um an einem anderem Ort nach besseren Verdienstmöglichkeiten zu suchen.
Ich habe die Geschäfte in "Sankt Salutin" an die Novizin Dinara übergeben und glaube, dass sie hier viel Erfolg haben wird, denn sie zeigte sich als gelehrige Schülerin.
In der nächsten Zeit wird sie aber durch ihr kleines Kind doppelt belastet sein, aber ich bin mir sicher das die Kleine von ihrer Mutter Dinara zu einer gar wunderbaren Pargos Jüngerin erzogen wird.
Möge Pargos meine weiteren Schritte lenken...

Euer Absolutio