Mirodan

Mein Name ist Mirodan!
Ich wurde in der Stadt Telaron Im Lande Kemahra als einziger Sohn eines Kaufmannes
geboren.
Schon früh stand für meinen Vater fest, daß ich später
in seine Fußstapfen treten würde und ebenfalls Kaufmann werde.
Aus diesem Grund schickte mein Vater mich auch im Alter von 6 Jahren in eine
Klosterschule, in der ich lesen, schreiben und rechnen lernte.
Eine Kloster ist für ein Kind wahrlich kein Ort der Freude, aber trotz
all der Strenge der Mönche ertrug ich die Zeit sehr gut, denn hier gab
es Bücher, die mich seit jeher besonders fasziniert hatten.
Da gab es Bücher über fremde Länder, Sprachen, Sagen und Legenden.
Und jede freie Minute verbrachte ich in der großen Bibliothek des Klosters.
Mit 14 Jahren kehrte ich zu meinen Eltern zurück und wurde von meinem
Vater in die Lehre genommen.
Häufig nahm mich mein Vater zu Verhandlungen mit, denn ich konnte schnell
alle Waren und Zahlen zusammenrechnen.
Im Alter von 16 Jahren ging ich über den Markt des Dorfes und sah plötzlich
ein junges hübsches Mädchen, daß an einem Stand Gemüse
verkaufte.
Ich ging zu ihr hin und lächelte sie an, und sie sah mich ebenfalls mit
einem freundlichem lieben Lächeln an, so daß ich sie einfach wiedersehen
mußte.
Ihr Name war Elanor, sie war die Tochter eines Bauern aus der Gegend von Telaron.
Wir sahen uns fast jeden Tag, und oft schlich ich mich von Zuhause fort um
bei ihr zu sein.
Bei der nächsten Gelegenheit wollte ich ihren Vater um ihre Hand fragen,
aber zuvor schickte mich mein Vater mit einer kleinen Karawane in die nächstgrößere
Stadt.
Mit zahlreichen Waren machte ich mich wieder auf den Rückweg, nachdem
die Geschäfte hervorragend verlaufen waren.
Es war ein weiter Weg durch ein Gebirge, so daß ich des Nachts in einem
kleinen Tal lagern mußte.
Als ich so am Lagerfeuer saß, hörte ich plötzlich eine unheimliche
Stimme, die meinen Namen rief. „Mirodan........Mirodan......!“
Voller Angst griff ich nach meinem Dolch und suchte nach demjenigen der mich
gerufen hatte.
Ich verfolgte die Stimme bis ich an eine Felswand stieß!
Die Stimme schien aus dem Stein zu kommen, und ich tastete den Fels ab.
Hinter einem Busch entdeckte ich den Eingang zu einer dunklen Höhle.
Ein modriger verwester Gestank drang mir durch die Öffnung entgegen.
Immer noch hörte ich die Stimme, und trotz meiner Angst folgte ich ihr
in die Dunkelheit.
In völliger Finsternis tastete ich mich durch einen dunklen Gang, bis
ich schließlich in eine große Kammer trat.
Grün leuchtende Schimmelpilze bedeckten die Wände, und die Kammer
wurde durch sie soweit erleuchtet, daß ich ein Skelett eines Mannes
mit glänzender Rüstung auf dem Boden liegen sah.
An einigen Stellen war die Rüstung verrostet, und ein großer Balistenbolzen
hatte die Rüstung an Brust und Rücken durchschlagen.
In seiner linken Hand hielt er ein edles Langschwert mit verzierten Runen
auf der Klinge.
Plötzlich hörte ich eine sehr leise Stimme, die warnend etwas rief.
Ich konnte die Stimme kaum vernehmen.“Nein.....Nein.....fliehe......das Leid
muß enden.....!“
Nun war wieder diese andere unheimliche Stimme sehr laut aus der Nähe
des Ritters zu hören.
Trotz meiner fürchterlichen Angst trieb mich irgend eine Macht dazu näherzutreten.
„Mirodan.... Mirodan..... „
Ich griff nach dem Schwert und löste es aus der eisernen Umklammerung
des Toten...
Als ich das Schwert in der Hand hielt, fühlte ich mich mächtig und
stark....
Dann hörte ich wieder die unheimliche Stimme, aber diesmal hörte
ich sie nicht mit meinen Ohren sondern die Worte formten sich direkt in meinem
Geist...“Mirodan.... Schwert und Rüstung sind eins.... zusammen werden
wir die Welt zu einem Ort des Chaos des Todes und der Zerstörung machen......
und Mirodan wird Macht über die Menschen haben....“
Voller Angst schrie ich auf, und wollte das Schwert davon werfen, aber meine
Hände gehorchten mir nicht und bewegten sich nicht.
Daraufhin legte ich auch die Rüstung an.
Das Gefühl der Angst verstärkte sich daraufhin noch mehr und wieder
sprach die Stimme,“Mirodan..... geh nun und bringe das Leid über die
Welt.... und wisse das nun Talos dein Herr ist, denn du trägst nun HAß
und ZORN.... Das Schwert und die Rüstung die ich vor Urzeiten geschmiedet
habe....und Dein Name soll Mirodan Ecil’am sein....was soviel bedeutet wie
Mirodan der Boshafte....!“
Voller Angst flüchtete ich aus der Höhle und lief zurück zum
Lagerfeuer.
Ich erzählte meinen Weggefährten von der merkwürdigen Begebenheit,
worauf wir dann wieder zurück zur Felswand zurückkehrten.
Wir fanden den Eingang verschüttet vor, und niemand konnte mehr die Höhle
betreten
Voller Angst setzte ich meine Reise fort, und dachte mit Furcht über
die Worte der unheimlichen Stimme nach.
Am nächsten Tag kehrte ich abends wieder nach Hause zurück.
Als ich meinem Vater von der merkwürdigen Begebenheit erzählt gab
er mir den Rat am nächsten Tag einen Priester oder sogar einen Magier
aufzusuchen.
Trotz meiner Angst und Frucht wollte ich an diesem Abend noch Elanor wiedersehen
und ging zum Hof ihrer Eltern.
Voller Freude darüber sie wiederzusehen, schloß ich sie in meine
Arme.
All mein Kummer und meine Furcht fielen von mir ab, als ich in ihre wunderbaren
braunen Augen schaute.
Auf einmal spürte ich in mir eine eisige Kälte.
Voller Schreck taumelte ich zurück, und vor mir stand Elanor die
vor Angst erstarrt war.
Plötzlich hielt ich das Schwert in der Hand, obwohl mir gar nicht bewußt
gewesen war das ich es überhaupt mitgenommen hatte.
„Mirodan...Mirodan... was ist mit Dir...“ hörte ich Elanor sagen.
Ohne ein weiteres Wort erhob ich das Schwert und erschlug Elanor.
Nach dieser schrecklichen Tat fiel ich voller Leid und Schmerz auf die Knie,
denn nun wurde mir der ganze Sinn der Worte offenbart.
Und wieder zwang mich diese unheimliche Macht in der Dunkelheit der Nacht
zu verschwinden.
Ohne Hoffnung und voller Schuld durchstreifte ich mehrere Wochen die Gegend.
Ab und zu hörte ich diese zweite Stimme, die ich bereits leise in der
Höhle gehört hatte, die kaum wahrnehmbar zu mir sprach.
„Bekämpfe die Dunkelheit.......Suche das Licht.......!“
Ich hielt mich abseits jeglicher Zivilisation, um zu verhindern, daß
ich wieder jemanden erschlagen würde.
Aber trotzdem begegnete ich eines Tages einem Holzfäller, und diesmal
kämpfte ich gegen die mich beherrschende Macht an.
Und diesmal war ich der Stärkere, und ich tat dem Mann nichts zuleide.
An diesem Tage beschloß ich Gutes für die Menschen zu tun, solange
mein verfluchtes Dasein auf dieser Welt noch dauern würde, um wenigsten
einen kleinen Teil meiner unendlichen Schuld zu sühnen...
Das folgende erlebte Mirodan auf seinem
weiteren Weg:
Nachdem Mirodan einige Monate das Land durchwandert hatte, kam er in eine
kleine Ortschaft.
Zu diesem Zeit befand sich das Land im Krieg, und wieder einmal fielen die
Horden das Chaos über eine friedliche Ortschaft her.
Mirodan kämpfte verbissen gegen die unzähligen Feinde, und dank
seiner schweren Rüstung konnte er auch einige von ihnen erschlagen.
Die Rüstung wurde während der Kämpfe beschädigt, und einige
andere Krieger halfen Mirodan dabei die Rüstung abzulegen, weil er ihm
Kampf verwundet wurde.
Während sich ein Heiler um Mirodan kümmerte, hatte eine der anwesenden
Personen das Kettenhemd gestohlen.
Nachdem seine Verletzungen behandelt worden waren, setzte sich Mirodan neben
das Burgtor, um sich im Schatten von den Kämpfen zu erholen.
Gerade als Mirodan dachte einen Moment der Ruhe gefunden zu haben, griff der
Feind direkt die Burg an.
Mirodan konnte in die Burg fliehen, wurde aber dabei von mehreren Schwerthieben
getroffen.
Er floh den Wehrgang hinauf und brach dort blutend zusammen.
Weitere Kämpfe fanden auf dem Wehrgang statt, und schließlich konnte
auch dieser Angriff abgewehrt werden.
Neben vielen Leichen lag der schwer verwundete Mirodan weiterhin auf dem Wehrgang.
Kurze Zeit später kam eine Burgwache vorbei und warf die getöteten
Feinde über die Zinne nach unten.
Mirodan wurde ebenfalls über die Brüstung geworfen, und starb nachdem
er unten auf das steinerne Pflaster aufschlug.