Pfeilbau


Bogenschießen macht sehr viel Spaß, aber damit beim Rollenspiel niemand verletzt wird, sind einige Dinge zu beachten.

1. Das Zuggewicht des Bogens sollte nicht mehr als 20-25 lbs (1 englisches Pfund = 0,4536 kg) betragen., bei einer Schaftlänge von 26“ bzw. 28“ Zoll (ca. 66cm,71cm)
2. Die Pfeile müssen sicher gebaut sein (deshalb gibt es hier diese Anleitung)
3. Beim Schießen muß auf die Entfernung zum Gegner geachtet werden, d.h. bei einem nahen Gegner wird der Bogen nicht komplett gespannt.
Sollte es dennoch einmal geschehen so sorgt das beschränkte Zuggewicht dafür, das der andere Spieler nicht verletzt wird.
4. Kopftreffer sind unbedingt zu vermeiden (lieber einen Fehlschuß riskieren, als zu hoch zielen)!
5. Niemals einen Bogen “leer“ schießen (ohne Pfeil die Sehne loslassen), denn das kann die Sehne zereissen und den Bogen brechen!

Wenn man beim Bogenschießen etwas aufpaßt kann eigentlich nicht viel passieren.

Kommen wir aber nun zur Bauanleitung.
Die Bauanleitung hat Holger Lange http://www.hawke.de entwickelt, und mit seinem Einverständnis wird sie hier veröffentlicht.
Der Text wurde von mir etwas umgeschrieben, und einige Dinge wurden von mir ergänzt.
Der Vorteil dieser Bauweise ist, dass die Pfeile sich sehr schnell herstellen lassen, sehr gut fliegen, sehr sicher sind, sich gut wiederfinden lassen und sehr günstig sind.

Als Material wird folgendes benötigt:
1. Tennisball-große Softbälle, die es  im Sommer bei Kloppenburg gibt (und die von Kloppenburg sind meiner Meinung nach die besseren) und das ganze Jahr über bei Toys'r'us.
2. 8mm Pfeilschäfte (5/16), oder 8,7mm Pfeilschäfte (11/32) aus Zedern- oder Kiefernholz (manche Spieler nehmen Rundhölzer, aber ich empfehle richtige Holzschäfte)
3. Rundholz Buche (35 mm Durchmesser)
4. Federn (3“-5“ Zoll) ich bevorzuge 5“ Naturfedern, mit der Federform „Parabol“ mit gestreiftem Muster (barred)
5. Nocken
6. Sonstiges: Zahnstocher, Zwirn,

Werkzeug:
- Heißklebe-Pistole
- Cuttermesser (Teppichmesser)
- 8mm, 2 mm Bohrer (bevorzugt mit Bohrständer oder eine Standbohrmaschine)
- Säge (Vorzugsweise eine Kappsäge)
- Bleistiftanspitzer
- Pattex (mit Lösungsmittel)
- Feile
- Schmirgelpapier
- Druckbleistift
- Pappe
- Zirkel
- Schere




Mit der (Kapp)Säge wird das  Rundholz in Scheiben von ca. 1,5cm Dicke gesägt, in die dann Löcher von 1cm Tiefe und 8mm Durchmesser gebohrt werden. (spätestens jetzt sieht man warum Borhständer und Kappsäge so nützlich sind).
Die Bohrtiefe kann leicht einstellt werden, wenn von der Bohrerspitze in 1 cm Entfernung ein Klebeband um den Bohrer geklebt wird.
Damit die Löcher genau in der Mitte liegen, habe ich eine Schablone angefertigt, bei dem auf Pappe ein 3,5 cm großer Kreis mit einem Zirkel gezeichnet wird.
Der Kreis wird ausgeschnitten, und durch den Mittelpunkt wird ein kleines Loch gestoßen.
Die Pappe wird auf das Rundholz gelegt und der Mittelpunkt wird angezeichnet.
Der Schaft wird auf die gewünschte Länge gekürzt (26-28“) + 1 cm
Das Rundholz wird hinten mit der Feile etwas angefeilt (siehe Bild), denn so passt es besser in den Softball.
Der Schaft  wird in die das Rundholz geklebt (Die Holzplatten sollen sicher stellen, daß der Schaft nicht in‘s Auge eindringen kann).
In den Softball wird vorsichtig ein rundes Loch (etwas kleiner als das Rundholz) geschnitten)
Man sollte darauf achten, dass nicht zuviel Schaumstoff weggeschnitten wird, denn der geht als Polsterung verloren
Das Rundholz wird in den Softball geklebt, und an die abgeschrägten Kanten wird der Schaumstoff geklebt (so paßt sich der Softball genau an das Rundholz an).
Anschließend wird die ganze Rückseite der Holzsscheibe mit Heißkleber eingekleistert (vorsicht heiß!)
Das stellt noch mal zusätzlich sicher, daß der Schaft nicht aus der Scheibe raus kann und gibt dem Ganzen einen etwas elastischeren Halt.
Anschließend wird das andere Schaftende angespitzt, und die Nocke festgeklebt.
Nachdem die Klebe getrocknet ist, wird seitlich in die Nocke ein 2 mm Lock gebohrt, in das dann ein Zahnstocher geklebt wird. (Hierdurch wird verhindert, dass sich die Nocke beim Schießen vom Pfeil löst).
Nachdem die Klebe getrocknet ist, wird auf beiden Seiten des Schaftes der Zahnstocher abgeschnitten (und die überstehenden Reste mit der Pfeile oder Schmirgelpapier entfernt)
Nun werden die Federn, in einem Abstand von 5 cm vom Pfeilende angeklebt. (vorher genau die Klebefläche und Position der Feder auf dem Schaft anzeichnen).
Jede Nocke hat eine Markierung, der genau folgend die erste Feder angeklebt wird.
Damit man erkennen kann, wie der Pfeil auf die Sehne gelegt werden muß, ist diese Feder in einer anderen Farbe als die anderen beiden Federn.
Bei den anderen Federn sollte beim Ankleben nicht zu lange gewartet werden, damit sie sich noch etwas verschieben lassen (damit die Federn symmetrisch angeordnet sind)
Nun wird etwas (wenig) Klebe auf den Schaft aufgetragen (am Federanfang, und am Federende) damit sich der Zwirn gut wickeln lässt.
Anschließend wird der Zwirn um den Schaft und ca. 2-3 mm um die Federn gewickelt (insgesamt in einer Breite von 1,5 cm), damit die Federn sich nicht beim Schuß (oder im Köcher) vom Schaft lösen.
Es muß darauf geachtet werden, dass der Zwirn am Anfang und Ende festgeknotet wird, und straff gewickelt wird.
Zum Schluß wird der Zwirn wieder mit etwas Klebe bestrichen, die dann gleichmäßig verteilt wird (dann kann der Zwirn nicht mehr verrutschen).
Ich markiere meine Pfeile, indem ich mit einem Wasserfesten Stift ein Symbol auf den Softball zeichne.

Die Materialkosten für einen Pfeil betragen ca. 3,5 - 4 Euro.
Die Arbeitszeit pro Pfeil beträgt ca. 30 Minuten (am schnellsten geht es wenn mindestens 10 Pfeile auf einmal gebaut werden)

Auf einem Con läßt es sich nicht vermeiden, dass Pfeile verloren gehen oer zerbrechen.
Als ich das erste Mal meinen Bogen dabei hatte (10 Pfeile), sind 2 Pfeile verloren worden, und 4 sind zerbrochen.(Tritt durch Spieler bzw. Schuß auf harte Ziele)
Bei dem Con hatte ich einfach Pech, denn normalerweise verliert man weniger Pfeile.
Die Softbälle lassen sich wieder benutzen, die Federn leider aber nur bedingt, denn sie leiden sehr bei der Entfernung vom Schaft.
Der größte Schwund entsteht durch Schüße in der Nacht (Knicklichter helfen, blenden aber sehr und zeigen die eigene Position)

Ich habe alle Artikel hier gekauft.
http://www.bogensport-bodnik.de
Weitere Infos zum Bogensport gibt es hier http://www.fletchers-corner.de

Viel Spaß beim Basteln und beim Bogenschießen!