Zoltan
Das Wetter war durchwachsen und Regenschauer wechselte mit Sonnenschein.
„Kein richtig gutes Wetter um Geschäfte zu machen“ sagte sich der
Magier Zoltan und baute weiter seinen Verkaufsstand auf.
Gestern gegen Abend war er in der Ortschaft „Innes Cairn“ im Lande
Scathia angekommen.
Die Siedlung Innes Cairne besteht aus einer Handvoll kleinerer
Hütten und einem großen Clanshaus, in dem der Clan-Chief mit
seiner Familie residiert. Ebenfalls in diesem Haus betreiben die
McInnes eine kleine Taverne, nebst einigen Gästezimmern für
die wenigen Reisenden, die sich hierher verirren.
Der Clan der McInnes lebt in erster Linie von der Schafzucht und dem
Fischfang. Vereinzelt findet man auch kleinere Felder, auf denen
Getreide und Gemüse für den Eigenbedarf angebaut wird.
Ungewöhnlich für den Clan der McInnes im Vergleich zu anderen
Clans in Scathia ist der in etwas größerem Stile betriebene
Handel, wobei die hauptsächlichen Handelswaren die in Handarbeit
hergestellten Perlmuttknöpfe und die aus der Schafswolle gewobenen
Stoffe sind. Das Handelssortiment wird gelegentlich ergänzt durch
das Beutegut der Strandräuberei.
Da die nähere Umgebung von Innes Cairne vornehmlich aus Wald und
Sumpflandschaft besteht, gehören auch etwas entferntere
Hütten außerhalb des Waldes zur Siedlung. Der Wald ist
jedoch nicht ungefährlich, da dieser neben diversen wilden Tieren
auch Redcaps beherbergt. Zur Reifeprüfung eines jeden jungen
Clan-Kriegers gehört daher auch der rituelle Gang in den Wald, um
entweder das Fell eines Bären oder eines Wolfes
zurückzubringen. Besonders hoch angesehen sind die Clan-Krieger,
die statt eines Felles die Kappe eines Redcaps aus dem Wald
zurückbrachten. Der Sage nach soll es in den Tiefen des Waldes
noch andere, gefährlichere Kreaturen geben.
In der weiteren Umgebung liegt im Norden das Clangebiet des seit
Generationen verfeindeten Clans der McLachlans. Im Süden liegt
zwei Tagesreisen entfernt die kleine Hafenstadt Column-Faire.
Zoltan hatte bereits am Vormittag mit dem hiesigen Clanschief „Ian
McInnes“ Verhandlungen geführt.
Für 10% der Einnahmen durfte Zoltan seinen Wanderladen auf
dem Gebiet öffnen..
Zoltan klappte den Reisetisch auf legte eine Decke darauf und ordnete
schließlich seinen Warenbestand, der aus allerlei Dingen bestand,
angefangen von Kerzen, Kienspänen bis hin zu Schmuck und magischen
Lichtern,
Alle diese Dinge waren für Alchemisten, Magier oder aber einfache
Bauern nützlich.
Zoltan hoffte, dass einige Reisende zum morgigen Erntefest eintreffen
würden, und dass er auch einigen Reisenden die Zukunft vorhersagen
könnte.
Zoltan war nicht nur Magier, sondern auch Wahrsager der als
Vertragshändler der „Future Vision™ Glas Produkte GmbH“
Wahrsagekugeln anbot
Future Vison hatte erst vor einem Jahr den Handelssitz in der Stadt
Trisbor eröffnet, und versuchte nun ihre Produkte in allen
Ländern zu verkaufen..
Zoltan war Stolz darauf, die Produkte dieser Gesellschaft in seinem
Warenprogramm zu führen, denn als reisender Wahrsager benutzte er
selbst eine dieser Wahrsagekugeln
Nachdem Zoltan seinen Stand aufgebaut hatte kamen bereits die ersten
Reisenden und die Geschäfte liefen gut.
Schon bald waren einige seiner exklusiven Produkte ausverkauft, denn
Zunderbüchsen, Kompasse oder eben die magischen Lichter waren
teuer und selten.
Später am Abend hörte Zoltan davon, dass ein Schiff
gestrandet war, und die Reisenden eine Kiste am Strand gefunden hatten.
Er wurde zu einer Untersuchung gerufen, und kaum war er an der Stelle
angekommen, an der sich die Kiste befand öffnete bereits einer der
Reisenden unvorsichtigerweise den Deckel.
Es strömte eine Schlafgas heraus, dass Zoltan und weitere drei
Reisende in tiefen Schlaf fielen lies.
Etwa 20 Minuten später erwachte Zoltan, und ihm wurde klar, dass
sich ein besonderer Gegenstand in der Kiste befinden musste, denn nicht
ohne Grund hatte jemand eine Falle in die Kiste gelegt.
Nach einigen Verwicklungen mit dem Clanschief, welcher die Kiste sicher
verwahrt wissen wollte, gelang es am nächsten Tag die Kiste zu
öffnen.
Im Inneren befand sich eine Kristallkugel, und Zoltan wurde um Rat
gefragt, denn es handelte sich um die Futur Vision 49, zu der Zoltan
die technischen Unterlagen im Verkauf anbot.
Die McInnes hatten in der vorherigen Nacht ein Feuer entzündet, so
dass ein Schiff aufs Riff gefahren war
Die Feuermagiern „Raliann“ war beim Untergang des Schiffers ertrunken.
Ihre Leiche wurden an den Strand gespült.
Die Magiern war im Besitz eines Amulettes, welches einen
Widerbelebungszauber enthielt.
Angelockt vom Licht des beginnenden Zaubers nahm Will McInnes, Raliann
das Amulett vom Hals.
Der Zauber wurde unterbrochen, und somit befand sich die Magierin in
einem Zustand des Daseins eines Untoten.
Gefangen zwischen den Welten trachtete die Magierin danach, das Amulett
zurück zu erhalten, damit der Zauber sein Werk vollenden
könne.
Am nächsten Morgen schickte der Geist Ralianns Untote aus.
Die aufgedunsenen Leichen stiegen am Strand aus dem Wasser und griffen
die Ortschaft an.
Nicht dass es bereits genug Probleme gab, herrschte in der Gegend auch
Unfrieden zwischen den Clans.
Der Clan der McInnes war dem Clan der McLachlans seit vielen Jahren
verfeindet, was darin begründet war, dass die Axt
„Schädelspalter“ scheinbar gestohlen worden war.
Alistair McInnes (2688 bis 2745) war ein berühmter Clanchief der
McInness. Alistair hat im Kampf gegen die Nordmänner, die immer
wieder die Küste heimgesucht haben, viele ehrenvolle Siege
errungen. In einem seiner Kämpfe konnte er Eric dem Finsteren mit
einer raffinierten Finte in einem aufregenden Zweikampf dessen
berühmte Axt abnehmen. Seit diesem Tag war die Axt
„Schädelspalter“ im Besitz der McInness. Allistair hat seit diesem
Tage keinen Zweikampf mehr verloren und wurde einer der geehrtesten
Krieger seines Volkes. Die Axt hielt er zeitlebens in hohem Ansehen.
Mit seinem Tode ging sie auf den folgenden Chief über und blieb so
immer im Besitz des Anführers der McInnes.
Sean McInnes (2817 bis 2851) war ein Urenkel des berühmten
Allistair McInnes. Er galt zeitlebens als besonders streitlustig und
ging keinem Kampf aus dem Weg. Sean liebte seine Axt und trennte sich
keine Sekunde von ihr. Nachdem seine eigene Frau Molly dafür
gesorgt hatte, dass er die Axt verlor, wurde er noch griesgrämiger
und streitlustiger. Er war zeitlebens überzeugt davon, dass die
McLachlans seine Axt gestohlen hätten und überzog den
benachbarten Clan mit Streit und Hader. Was mit ein paar kleineren
gegenseitigen Viehdiebstählen begann, wurde dadurch ein
erbitterter Generationenübergreifender Kleinkrieg.
Molly McInnes (2831 bis 2851) war die Frau von Sean McInnes. Sie
war eine sehr stille, sanfte, häusliche Frau, die Gewalt eher
verabscheute. Sie liebte ihren Mann sehr, fürchtete sich aber auch
vor ihm, wenn er zornig war (und das war er oft!). Im Laufe der
Ehejahre kam sie auf den Gedanken, dass die Axt „Schädelspalter“
an allem Schuld sei. In ihr wuchs die Idee, dass ihr Leben ruhiger und
ihr Mann friedfertiger werden könne, wenn es die Axt nicht
gäbe. Darum hat sie eines Tages, als ihr Mann noch schlief (nachts
um 2.00 Uhr) die Axt genommen und im Grab des ersten Besitzers,
Allistair McInness versteckt.
Allister suchte Monatelang nach der Axt, und Molly bedauerte es sehr
die Axt versteckt zu haben, denn Sean wurde nicht friedfertiger sondern
immer unruhiger.
Einige Montate später griffen im Morgengrauen der Clan der
McLachlans an. Sean McInnes, kämpfte tapfer, verlor aber gegen die
McLachlans, die siegreich mit einer Menge Vieh nach Hause zogen. Molly
starb bei dem Überfall und wandelt seitdem, von
Schuldgefühlen gemartert, jede Nacht als klagender Geist umher.
Um Frieden zwischen den Clans zu stiften musste die Axt wiederbeschafft
werden.
Die Reisenden baten den Einsiedler Oluk um Hilfe
Oluk war ein alter alter Kräuterheiler, der abseits der beiden
Clans in einer Hütte im Wald lebt. Er wird manchmal geholt, wenn
eine Krankheit unheilbar scheint. Meistens aber geht man ihm aus dem
Weg. Er ist unheimlich, lacht manchmal merkwürdig und scheint mehr
zu wissen als andere. Es heißt, er könne mit den Geistern
der Ahnen reden.
Oluk befragte den Geist von Molly und schließlich wurden ein
Tagebuch und dann die Axt gefunden.
Somit stellte sich heraus, dass der Clan der McLachlan die vielen Jahre
zu Unrecht verdächtigt worden war.
Auch wenn diese Sachlage nun ergründet war gab es ein weiters
Problem, denn die Tochter „Mara McLachlan des Clan-Chiefs „Fionn
McLachlan“ war verschwunden.
Es stellte sich heraus, dass sich Mara in „Collumn McInnes“ verliebt
war, der aber dem Clan der McInnes angehörte.
Die Feindschaft der Clans machte es den Liebenden praktisch
unmöglich sich ihren Vätern zu offenbaren, vor allem weil
Fionn der Anführer der McLachlans war.
Mara versteckte sich im Wald, und Fionn vermutete, dass der Clan der
McInnes seine Tochter entführt hätte.
Er stellte ein Ultimatum, zu dessen Ende seine Tochter auszuliefern war.
Als das Ultimatum verstrichen war, kam Fionn mit seinen Männern in
die Ortschaft um sie samt seiner Einwohner niederzubrennen.
Ian stellte sich Fionn gegenüber und erklärte, dass er Mara
nicht entführt hatte.
Er erzählte, dass der Clan der McLachlans viele Jahre zu Unrecht
verdächtigt worden war die Axt „Schädelspalter“ gestohlen zu
haben.
Er entschuldige sich bei Fionn und hoffte, dass dies ausreichen
würde dass der Frieden gewahrt blieb.
Trotz dieses Eingeständnisses glaubte Fionn noch immer daran, dass
Mara entführt worden war
Mara war es nun nicht mehr möglich ihre Liebe zu Collumn zu
verschweigen und offenbarte sich ihrem Vater.
Er war darüber nicht erfreut, denn auch wenn nun der Konflikt
gelöst worden war, änderte dies nichts an der Tatsache, dass
noch viele Jahre Vorurteile und Hass abgebaut werden mussten.
Dadurch dass sich Mara und Collumn liebten zeigte sich, dass Liebe
Stärker als Hass ist, und dass für die Zukunft der Clans
Hoffnung besteht.
Zoltan wurde von den Abenteurern gebeten durch die gefundene
Kristallkugel zu ergründen wer der Urheber der Unotenangriffe war.
Zoltan sah daraufhin in die Zukunft, und dass was er sah war so
furchtbar, dass er tot zusammen brach.
Die Angriffe der Untoten wurden immer heftiger, und schließlich
wurde von Railiann ein Wesen aus Feuer beschworen, was sich auf die
Suche nach dem Amulett machte.
Ian McInnes zerstörte mit der wieder gefundenen Axt das Amulett
und opferte sich somit, denn eine Welle der Zerstörung ging von
dem Amulett aus, bei dem Ian zu Tode kam.
Collumn hatte in den Kämpfen eine schlimme Kopfverletzung
erlitten, und konnte sich an Mara nicht mehr erinnern
Mara hoffte, dass Collumn seine Erinnerung wieder findet oder aber sich
wieder in sie verliebt.
Würde es den beiden Clans gelingen dauerhaft in Frieden zu
leben?
Nach vier Tagen Feier, Kampf und Verwicklungen reiste der
größte Teil der Abenteurer weiter.
Die Sturmvögel riefen den Abenteurern wie zum Lebewohl zu und das
Meer brandete an die Küste…